Pure Storage

Pure Storage ist der Technologieführer im Bereich Flash-Speicher für Rechenzentren. Man wächst seit Jahren schneller als der Markt, jagt den Wettbewerbern VMware, HP Enterprise und NetApp also Marktanteile ab.

Das Geschäftsmodell nennt sich „Storage as a Service“, d.h. man bietet den Kunden flexibel buchbare Speicherlösungen im Abo an. Dennoch stehen diese Speicher im Rechenzentrum des Kunden und nicht in einer Cloud.

Bei Pure Storage ist die Situation ähnlich wie bei Nutanix in den letzten Jahren: die Umstellung auf Subskriptionen vernebelt den Blick auf das wahre Wachstum. Der Umsatz ist nicht aussagekräftig, da frühere Umsätze sich auf längere Zeiträume bezogen. Das Wachstum der Subskriptionen ist ebenfalls nicht aussagekräftig, weil sie zum großen Teil die vorherigen Umsätze ersetzen; leider weiß man jedoch nicht, wie groß dieser Teil ist. Auch mit den Deferred Revenues kann man nicht arbeiten, da man hier ebenfalls nicht weiß, auf welchen Zeitraum sie sich beziehen. Bei Nutanix konnte man immerhin auf das Kundenwachstum schauen, das ist im Moment aber wegen Corona negativ beeinflusst. Ich rechne daher aktuell mit einem Wachstum von 20%, was dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre entspricht.

3 Kommentare zu „Pure Storage“

  1. Aus der Prosa des Q2-Conference Calls kann man lesen, dass dieses Quartal eine Wachstumspause bedeutet hat. Das würde wiederum zum stagnierenden Umsatz im Vergleich zum Vorjahr passen.

    Aus den Ausführungen wird deutlich ersichtlich, dass Corona ein Bremsklotz für Pure Storage darstellt, denn in den stark betroffenen USA sank der Umsatz um 4%, während er international um 20% gestiegen ist. Die Stagnation des Umsatzes ist also eher darauf als auf die Umstellung auf Subskriptionen zurückzuführen. Das internationale Wachstum zeigt aber auch, welche Wachstumsraten Pure ohne Corona mindestens gehabt hätte. Zudem kann man ja auch international nicht von normalen Verhältnissen zwischen Mai und Juli sprechen, so dass die 20% schon als stark gewertet werden können.

    In Summe nehme ich mit: Ein Corona-Sonderquartal, das man nicht zu ernst nehmen sollte.

  2. Solide Q4-Zahlen von Pure Storage: Die Umsatzguidance wurde um 5% übertroffen, so dass sowohl im Q4 als auch im Gesamtjahr immerhin 2% Umsatzwachstum erzielt wurden. Die FCF-Marge hat sich leicht von 6,2% auf 5,5% verringert.

    Für 2021 traut man sich eine guidance von 15% Wachstum zu. Bei einem Forward EV / Sales von nur 2,7 und einer Bruttomarge von 68% ist das sehr attraktiv.

    Die meiste Zukunftsfantasie liegt aber im Bereich Kybernetes der vor kurzem akquirierten Tochter Portworx. Hierzu schreibt das Unternehmen:

    In Q4, we saw significant growth of in-cloud deployments of Portworx and traction through the IBM partnership both in-cloud and on-prem via our best-in-class support for Red Hat OpenShift.

    Red Hat OpenShift ist eine Container-Anwendungsplattform für Cloud Computing und wird von allen großen Cloud-Plattformen (AWS, Azure, GCP und IBM Cloud) unterstützt. Ein hervorragendes Einfallstor für Pure Storage, um sich in die Cloud-Welt hineinzuentwickeln!

  3. Im Q1 ist Pure Storage auf den 2-stelligen Wachstumspfad zurückgekehrt: Der Umsatz wuchs um 13%. Noch viel schneller sind mit 35% die Subscriptionen gestiegen, die die Einmal-Umsätze mehr und mehr ersetzen. Der Umsatzanteil beträgt inzwischen 39%.

    Das tatsächliche Wachstum realistisch einzuschätzen fällt aufgrund dieser Umstellung weiterhin schwer. Klar ist aber, dass es deutlich über den 13% Umsatzwachstum liegen muss. Evtl. liegt man mit den 23% Wachstum der Deferred Revenues bzw. den 24% Wachstum der Remaining Performance Obligations nah dran.

    Aber auch ohne diese Hilfskennzahlen ist eine Wachstumsbeschleunigung ersichtlich: Die guidance für das Q2 liegt nämlich bei 16% Umsatzwachstum, ich würde sogar bis zu 20% prognostizieren. Das liegt vor allem an den schwachen Vorjahresquartalen Q2 – Q4, die in den nächsten 3 Quartalen Wachstumsraten um 20% bedeuten dürften.

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