Alteryx

Was macht Alteryx?

Alteryx stellt Business-Software her, und zwar in den Bereichen Datenanalyse und Analytic Process Automation. Dabei hat man zum einen den Anspruch, mit seiner Datenanalyse-Plattform möglichst alle Schichten des Datenflusses einzubeziehen. D.h. im Unterschied zu z.B. Salesforce Tableau leistet Alteryx nicht nur die Datenvisualisierung. Zum anderen ist es mit Alteryx nicht nur Programmierern, sondern auch den Fachabteilungen möglich, Datenanalysen selbst durchzuführen. Insofern stellt Alteryx eine LowCode-Plattform dar.

Mit diesen Alleinstellungsmerkmalen kann man Alteryx als technologisch führende Datenanalyse-Plattform bezeichnen.

Das Management

CEO ist seit Oktober 2020 Mark Anderson. Vorher war er bereits 2 Jahre im Vorstand bei Alteryx und als President bei Palo Alto Networks tätig. Darüber hinaus ist er Board Member bei Cloudflare.

Mitgründer und Chairman ist Dean Stoecker, der vor Anderson lange auch CEO war. Zu dieser Zeit konnte er mit 84% Zustimmung durch seine Mitarbeiter überzeugen.

Ergänzung 4.9.2021: Nach knapp 1 Jahr muss man festhalten, dass der Wechsel des CEO Stand heute misslungen ist, denn Anderson bekommt auf Glassdoor nur 66% Zustimmung. Der Hauptgrund scheint Unruhe bei den Sales-Mitarbeitern zu sein, die den neuen Kurs hin zu Großunternehmen, Cloud und SaaS so scheinbar nicht mittragen wollen. Zudem wird Micro-Management beklagt. Als Ergebnis kündigen die erfahrenen Mitarbeiter, und Alteryx tut sich im aktuellen Arbeitsmarkt schwer, neue gute Mitarbeiter zu finden. Ich interpretiere die Kommentare so, dass Anderson zu sehr mit der Brechstange vorgeht, Mitarbeiter verprellt und nun feststellen muss, dass er diese nicht durch ausreichend gute neue Mitarbeiter ersetzen kann. Dies hat er im Earnings Call auch eingestanden. Es bleibt zu hoffen, dass er aus diesem Fehler lernt und in Zukunft die von ihm gewünschten Änderungen mehr in Kooperation mit seinen Mitarbeitern vollzieht, als sie vor vollendete Tatsachen zu stellen und damit vor den Kopf zu stoßen. Diesen Punkt werde ich in den kommenden Monaten genau beobachten.

Das Geschäftsmodell

Alteryx hat unter Dean Stocker keine klare SaaS und keine klare Cloud-Strategie verfolgt. Sein Credo war immer „wir sind da, wo die Kunden sind“, d.h. egal ob in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum. Mit Mark Anderson geht es nun stärker Richtung Cloud und vor allem stärker Richtung SaaS. Und das generiert temporär 2 finanzielle Herausforderungen:

  1. Zum einen führt die Umstellung von Einmal-Lizenzen, die oft für mehrere Jahre verkauft wurden, hin zu einem Abo-Modell dazu, dass die Umsätze erst später in der Bilanz erfasst werden können (nämlich pro Jahr und nicht vorab für mehrere Jahre). Das Umsatzwachstum verlangsamt sich also zwangsläufig, auch wenn die Kunden die gleichen Leistungen in Anspruch nehmen und mindestens genauso viel dafür bezahlen (eher mehr, da die Summe der jährlichen Abo-Gebühren in aller Regel höher sind als die langlaufenden Einmal-Lizenzen). Diese Wachstumsdelle kommt bei einem Wachstumsunternehmen wie Alteryx an der Börse natürlich kurzfristig nicht gut an.
  2. Zum anderen zahlen die Kunden im Durchschnitt auch später, nämlich gemäß dem vereinbarten Abo z.B. pro Monat oder pro Jahr. D.h. auch der tatsächliche Cash Flow verringert sich für Alteryx eine zeitlang, bevor dann die höheren Abo-Gebühren für umso höhere Einnahmen sorgen. Auch hier muss Alteryx also eine Durststrecke überwinden. Nutanix hat sich für die gleiche Übung vor einiger Zeit von einem Investor 750 Mio $ geliehen, Alteryx wird aufgrund der starken Bilanz wohl ohne fremde Hilfe auskommen. Aber der verringerte Cash Flow kommt natürlich an der Börse wiederum kurzfristig schlecht an.

[Die genaue Buchung (=bilanzielle Erfassung) von vertraglich vereinbarten Leistungen (Bookings und Remaining Performance Obligations), tatsächlich erbrachten Leistungen (revenues = Umsätzen) und den gezahlten Rechnungen (Cash Flow) ist eine Wissenschaft für sich. Sie hängt von verschiedenen rechtlichen Vorgaben und Bilanzierungsvorschriften ab.]

Wichtig für Investoren ist es nun, auf die aussagekräftigere Kennzahl ARR (Annual Recurring Revenues) zu achten. Diese bezeichnet die gemäß den bestehenden Verträgen anfallenden jährlichen Umsätze und ist somit unabhängig von den unterschiedlichen Vertragslaufzeiten der verschiedenen Kunden.

Die gerade stattfindende Umstellung auf das Abo-Modell zeigt, dass Alteryx‘ Geschäftsmodell mit Datenanalyse-Software eigentlich nicht zyklisch ist, sondern von den Kunden dauerhaft genutzt wird.

Die Kunden

Im Juni 2021 hatte Alteryx 7400 Kunden, davon ca. 25% in der Reise- und Gastronomie-Branche. Die Wachstumsrate der Kundenzahl lag zuletzt nur noch bei 10%, nachdem sie 1,5 Jahre zuvor noch bei 30% gelegen hatte. Dies hat jedoch einen guten Grund: Seitdem Anderson CEO ist, möchte Alteryx sich stärker auf die Großkunden fokussieren, weil bei diesen der Umsatz bzw. die ARR mit weniger Sales-Aufwand erhöht werden kann. Die Net Expansion Rate, also der mit den Bestandskunden erzielte ARR, lag im Q2 2021 weiterhin bei starken 120% (d.h. der ARR mit diesen Kunden wurde im Vergleich zum Vorjahresquartal um 20% gesteigert).

Die Wettbewerber

Als Hauptwettbewerber würde ich C3.ai und Palantir bezeichnen. Gegenüber diesen ziehe ich Alteryx als Investor jedoch aus verschiedenen Gründen vor:

Während Palantir z.B. die liebenswerten Geheimdienste dieser Welt mit seiner Analyseplattform bei der Überwachung der eigenen Bürger (und natürlich erst recht der Bürger anderer Staaten) unterstützt, bietet Alteryx im Kontrast dazu kostenlose oder preisreduzierte Tools für gemeinnützige Organisationen. Das ist mir wesentlich sympathischer und auch unter ESG-Kriterien weit überlegen (insbesondere dem S für „Socially Responsible“). Palantir ist zudem sehr intransparent damit, welche Funktionen es besagten Geheimdiensten eigentlich zur Verfügung stellt und woher die Überwachungsdaten stammen. Es besteht hier ein nicht unerhebliches Risiko für politische Skandale, die das Geschäft von Palantir empfindlich beeinträchtigen könnten.

C3.ai wurde von Thomas Siebel gegründet (der auch den CRM-Anbieter Siebel Systems gegründet und später an Oracle verkauft hat) und hat vor allem Großkunden im Visier. Zuletzt erzielte man jedoch auffallend schwache Ergebnisse. Trotz eines geringen Wachstums von 14% lag die Free Cash Flow Marge 2020 bei -22%, so dass der Efficiency Score sogar im negativen Bereich lag.

Die Zahlen

EV / Sales 12M: 6 Jahre
Erwartetes ARR-Wachstum 2021: 27%
Bruttomarge: 90%
Quasi-KGV: 11 Jahre
Quasi-PEG: 0,4
Free Cash Flow Marge 2020: 10%
Efficiency Score 2021: 39%
Current Assets / Current Liabs: >2
Eigenkapitalquote: 32%

Die Bewertung

Alteryx ist zwar trotz der hohen Wachstumsinvestitionen schon gerade so profitabel, sollte aber aufgrund der noch geringen Netto- Profitabilität als Startup (nicht profitables Wachstumsunternehmen) bewertet werden.

Die 5 Komponenten des LionFolio® Enterprise Score habe ich so bewertet (ergänzt am 4.9.2021):

Deutlich verschlechtert hat sich mit dem Wechsel des CEO der Score für das Management. Mark Anderson erreicht nach 1 Jahr nur 66% Zustimmung seiner Mitarbeiter, nachdem sein Vorgänger Dean Stoecker noch auf 84% kam.

Unter Berücksichtigung aller Bewertungskriterien liegt Alteryx‘ LionFolio® Enterprise Score bei 3,6 von 5 Sternen.

Mein Fazit

Aufgrund der Umstellung des Geschäftsmodells ist Alteryx an der Börse seit 1 Jahr stark unter Druck geraten, da die meisten Investoren offenbar weiterhin auf die Umsätze statt auf die aussagekräftigeren ARR schauen. Dadurch bietet sich hier m.E. eine seltene Chance, bei einem marktführenden Unternehmen mit fast 30% Wachstum, einer extrem hohen Bruttomarge von 90%, einem mittleren Burggraben und einem nicht zyklischen Geschäftsmodell zu einem günstigen Preis einzusteigen.

Problematisch ist allerdings der Wechsel des CEO, den man Stand heute als misslungen bezeichnen muss. Diesen Punkt werde ich bis zu den nächsten Quartalszahlen intensiv beobachten.

Alteryx ist im wikifolio Wachstumsstarke Disruptoren enthalten.

17 Kommentare zu „Alteryx“

  1. Die Q2-Zahlen waren für Alteryx-Verhältnisse schwach, jedoch wie erwartet: Das Umsatzwachstum lag bei 17% (guidance war 10-15%). Noch schwächer war jedoch die guidance für das Gesamtjahr, die jetzt bei mageren 10-11% gesehen wird, was einen Umsatz von 463 Mio $ bedeuten würde.

    Im 1. HJ wurden nun Umsätze von 109 + 96 Mio $ erzielt. Zusammen mit der Q3 guidance von 113 macht das 318. Zu den 463 sind es dann im Q4 noch 145, was einen Rückgang (!) von gut 7% zum Vorjahresquartal bedeuten würde.

    Es ist verständlich, dass diese Aussichten mit einem Kurseinbruch von fast 30% vom Höchstkurs quittiert wurden. Meine Verkäufe eines Großteils der Alteryx-Position zu Kursen zwischen 146 und 159 € waren daher goldrichtig. Würde man davon ausgehen, dass der Umsatzrückgang auch im nächsten Jahr weitergehen würde, wäre Alteryx auch nach dem Kursrückgang zu verkaufen. Angesichts des hohen Mehrwerts, den die einzigartigen Produkte von Alteryx liefern und der unverändert äußerst hohen Bruttomarge von 90% sehe ich dies jedoch nur als zyklischen Rückgang aufgrund der aktuellen Investitionszurückhaltung der Kunden. Die Investitionen dürften daher mit der Abschwächung der Pandemie wieder zurückkehren.

    Dafür spricht auch der starke Anstieg bei den sogenannten „adoption licences“, auf die CEO Dean Stoecker im Earnings Call hingewiesen hat. Diese sind eine Art kostenloses Probe-Abo, in dessen Rahmen potentielle Kunden das Angebot von Alteryx zwischen 3 und 9 Monate lang testen können. Hier hat es im Jahresvergleich einen Anstieg um 60% gegeben. Daran sieht man, dass der Bedarf bei den Kunden weiterhin groß ist, man jedoch im Moment vor den Kosten zurückschreckt.

  2. Im Earnings Call hat Alteryx-CEO Dean Stoecker eine interessante Aussage getätigt, bei der man als Cloud-Investor große Ohren bekommen sollte:

    The customers are not pushing us for a multi-tenant SaaS service, at least not today. The data is living everywhere. It’s going to be hybrid forever.

    Das insbesondere vor dem Hintergrund, dass reine Cloud-Unternehmen zur Zeit mit einem Enterprise Value / Sales von bis zu 40 Jahren (!) bewertet werden, wohl in der Erwartung, dass die aktuellen Wachstumsraten so hoch bleiben wie aktuell. Die oben zitierte Aussage deutet jedoch darauf hin, dass das aktuelle Wachstum vor allem eine einmalige Corona-Sonderkonjunktur bedeutet, weil Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse bisher nicht ausreichend digitalisiert hatten, nun in die Cloud strömen. Diese Umsätze werden bleiben, das Wachstum aber wohl kaum. Insbesondere gibt es keinerlei Bewegung, von den selbst verwalteten Rechenzentren (on-premise) in die Cloud zu wechseln. Das ist eine sehr gute Nachricht für alle Unternehmen, die (auch) on-premise-Dienstleistungen anbieten. Hier wären neben Alteryx vor allem Nutanix als Betriebssystem für die Hybride Cloud und Pure Storage als Anbieter von Speicherlösungen für Rechenzentren zu nennen. Diese sind derzeit für ein Enterprise Value / Sales von unter 3 (Nutanix) bzw. 2 (Pure Storage) zu haben, obwohl beide ein solides Wachstum von knapp 20% und eine Bruttomarge jenseits der 70% zu bieten haben. Ich gehe daher von aus, dass sich diese extremen Bewertungsunterschiede zwischen reinen Cloud-Unternehmen und Hybriden Cloud-Anbietern binnen 12 Monaten wieder annähern werden.

  3. Interessante News: Gründer und CEO Dean Stoecker macht mit sofortiger Wirkung (etwas) Platz für Mark Anderson, der bisher schon im Aufsichtsrat von Alteryx tätig war. Allerdings räumt er seinen Platz nicht ganz, sondern rückt nur ein bisschen zur Seite: Stoecker bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrats und auch des Vorstands, lediglich den operativen CEO gibt er an Anderson ab. Offensichtlich möchte Stoecker sich also aus dem operativen Geschäft zurückziehen und hat sich dafür einen Geschäftsführer gesucht.

    Im gleichen Atemzug gab es sehr erfreuliche Nachrichten in Sachen Geschäftszahlen: Alteryx erhöht seine Umsatz-Guidance für das 3. Quartal deutlich von 113 auf 127 Mio $. Damit lag ich goldrichtig mit meiner Erwartung vom 7. August, dass sich die Geschäfte bei Alteryx bald wieder bessern werden. Die Nachricht wurde vom Markt mit einem Kurssprung von 30% gefeiert 🙂

  4. Alteryx hat sich vom Kursverlauf her zum scheinbaren Sorgenkind entwickelt. Nachdem das letzte Jahr erwartungsgemäß von Corona eingetrübt war (25% des Umsatzes macht Alteryx mit Unternehmen in der Reisebranche), gab es mit den Jahreszahlen nun einen erneuten Rückschlag.

    Zunächst ist aber festzuhalten, dass das Umsatzwachstum 2020 bei starken 19% lag und sowohl das Q3 als auch das Q4 die guidances weit übertroffen haben. Insgesamt kamen statt der vor dem Q3 geguideten 463 Mio $ am Ende 496 Mio $ herein. Zudem sind die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) um starke 32% gestiegen. Für das Corona-Jahr erstaunlich!

    Für Enttäuschung bei den Anlegern hat vermutlich ausschließlich
    die Umsatzguidance für Q1 von 3% Rückgang gesorgt. Wie schlimm ist das nun?

    Zum einen muss man festhalten, dass Alteryx immer sehr konservativ guidet. Ich gehe davon aus, dass man stattdessen ein hohes einstelliges Wachstum erreichen wird. Aber viel wichtiger ist, dass das geringere Umsatzwachstum praktisch gewollt ist. Ähnlich wie Nutanix möchte Alteryx nämlich auf kürzere Verträge umstellen (am besten nur noch 1 Jahr) und dann jährlich automatisch verlängern. Dadurch will man höhere Jahrespreise erzielen. D.h. das Ziel besteht darin, die ARR zu maximieren, und daher sollte man sich primär auch diese Kennzahl anschauen. Und hier blieb die guidance bei 25% ARR-Wachstum in 2021.

    Leider scheint Alteryx den Fehler von Nutanix zu wiederholen und diesen Sachverhalt viel zu kleinlaut zu kommunizieren. Als Folge schauen viele Investoren weiterhin auf die Entwicklung des Umsatzes statt auf die ARR.

    Ein zweiter Punkt ist noch erwähnenswert: Alteryx hat festgestellt, dass sie vor allem bei kleineren Kunden Probleme haben, die Umsätze / ARR zu halten geschweige denn zu steigern. Zudem ist der Sales-Aufwand bei diesen natürlich überdurchschnittlich hoch. Daher will man sich in Zukunft mehr auf die Großkunden fokussieren, bei denen sich mit demselben Aufwand mehr Umsatz generieren lässt. Dass man es mit der neuen Sales-Strategie ernst meint, zeigt die Neubesetzung von 2 Führungspositionen: Dean Darwin als Chief Revenue Officer und Matthew Stauble als Chief Customer Officer.

    Mein Fazit: Alteryx zeigt leichte Schwächen, aber viel geringere als das Umsatzwachstum vermuten lässt, und gibt zudem kräftig Gas bei der Umsetzung der neuen Sales-Strategie. Aus meiner Sicht ist Alteryx daher in keinster Weise zum Sorgenkind geworden, sondern bietet Dank einer geänderten Strategie nun günstige Kurse für ein Unternehmen, das weitestgehend auf Kurs ist und wahrscheinlich gestärkt hervorgehen wird. Deutlich positive Auswirkungen erwartet der CFO vor allem ab Q3. Ein bisschen Zeit hat man also evtl. noch, um auf den aktuell leicht verlangsamten Zug aufzuspringen…

  5. Die gestrigen Q1-Zahlen haben die Erwartungen deutlich übertroffen, insbesondere was den Umsatz betrifft. Dennoch ist die Marktreaktion bisher verhalten, was m.E. hauptsächlich daran liegt, dass die meisten Marktteilnehmer überhaupt auf den Umsatz schauen. Der wuchs YoY um 9%, ist aber wg. der Umstellung des Geschäftsmodells auf Abos wenig aussagekräftig. Die relevanten Annual Recurring Revenues (ARR) wuchsen 27% YoY, und für 2021 wurden sogar 29% ARR-Wachstum prognostiziert. Diese Beschleunigung halte ich für absolut realistisch, weil Alteryx‘ Kunden zu 25% in der Reise- & Gastronomie-Branche tätig sind, die mit dem Reopening natürlich deutlich Rückenwind bekommen.

    Freilich ist es etwas frustrierend, dass der Markt das wahre Wachstum von Alteryx offensichtlich nicht erkennt, so dass der Kurs eben weiterhin da steht, wo er mit 9% Wachstum richtig stehen würde, die tatsächlichen 27% Wachstum aber nicht eingepreist werden. Wahrscheinlich bedarf es eines Analysten-Kommentars eines einflussreichen Hauses, um den Marktteilnehmern die Augen zu öffnen. Bis dahin heißt es geduldig sein.

  6. Mit den Q2-Zahlen gab es eigentlich wenig Neues: Die Erwartungen wurden wie üblich leicht übertroffen, das Umsatzwachstum ist weiterhin bescheiden (zwar 25% YoY, aber das ist schwach, weil das Vorjahresquartal Q2 2020 Corona-bedingt ebenfalls sehr schwach war), das ARR-Wachstum mit 27% weiterhin stark. Ich hatte in Erwartung starker Zahlen (reopening…) gestern meine Position etwas erhöht, aber der Markt hat die Zahlen eher enttäuscht aufgenommen, was wahrscheinlich hauptsächlich an der reduzierten Umsatz-Guidance für das Gesamtjahr liegt. Diese Kennzahl interessiert mich im Moment allerdings überhaupt nicht, weil sie wegen der Umstellung des Geschäftsmodells auf SaaS m.E. vollkommen sinnlos ist. Denn je schneller und damit erfolgreicher diese Umstellung vorankommt, desto weniger steigt der Umsatz…

    Erwähnenswert ist jedoch, dass mit Paula Hansen eine neue Chief Revenue Officer gefunden wurde. Hansen war vorher ein halbes Jahr bei der SAP-Tochter Qualtrics im Vorstand, davor 2 Jahre Chief Revenue Officer bei SAP, davor 18 Jahre im Sales bei Cisco. Ich weiß nicht, ob ich die langjährige Tätigkeit bei Großunternehmen gutheißen kann, weil dort oft passives Verwaltertum statt aktivem Management vorherrscht. Die Zeit bei SAP dürfte Ihr jedoch zweifelsohne Erfahrung bei genau den 2 Themen eingebracht haben, die aktuell auch bei Alteryx die großen Aufgaben darstellen:

    1. Umstellung des Geschäftsmodells von Einmal-Lizenzen auf SaaS.
    2. Hinwendung zu Großkunden (Enterprise Customers)

    Insofern sehe ich das als eine gut passende Besetzung!

    Im Earnings Call wurde zudem deutlich, dass es aktuell eine hohe Fluktuation im Sales gibt, offenbar weil viele bisherige Sales-Mitarbeiter den eingeschlagenen Weg des Managements nicht so recht mitgehen wollen oder können. Das kostet sicher kurzfristig Umsatz. Ich bin von der Strategie des Managements (siehe obige 2 Punkte) jedoch überzeugt und daher sehe ich die Fluktuation als richtig / notwendig an.
    Insbesondere sehe ich die aktuell recht negative Marktreaktion als kurzsichtig an, denn die aussagekräftigste Kennzahl (ARR) wächst weiterhin stark, das Management hat eine klare Strategie und das Produkt ist nach wie vor state-of-the-art. Dass es dieses Top-Unternehmen aktuell zu einem historisch günstigen Preis gibt, sehe ich daher in der Buffett-Kategorie „Große Anlagemöglichkeiten kommen immer dann, wenn hervorragende Unternehmen vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten und deshalb unterbewertet werden.“

  7. Danke für Deine Einschätzung. Wie immer sehr fundiert und gut recherchiert. Danke. Bin weiterhin bei ALTX dabei und hoffe, dass wir Recht behalten. Grüße

    1. Hallo André,
      vielen Dank für das freundliche Feedback!
      Was mich so zuversichtlich macht ist die Tatsache, dass das reduzierte Umsatzwachstum m.E. auf jeden Fall einen negativen Effekt auf den Kurs hat. Und das kann ja angesichts des intakten ARR-Wachstums gar nicht anders, als bald wieder anzuziehen. Ich bin mir sicher: wenn das Umsatzwachstum höher läge und Alteryx gleichzeitig von „Fluktuationen im Sales“ berichtet hätte, hätte das niemanden interessiert. Aber so wird ein großes Problem daraus gemacht. Beste Grüße! Gerrit

  8. Habe folgenden Abschnitt im Artikel ergänzt:
    Ergänzung 4.9.2021: Nach knapp 1 Jahr muss man festhalten, dass der Wechsel des CEO Stand heute misslungen ist, denn Anderson bekommt auf Glassdoor nur 66% Zustimmung. Der Hauptgrund scheint Unruhe bei den Sales-Mitarbeitern zu sein, die den neuen Kurs hin zu Großunternehmen, Cloud und SaaS so scheinbar nicht mittragen wollen. Zudem wird Micro-Management beklagt. Als Ergebnis kündigen die erfahrenen Mitarbeiter, und Alteryx tut sich im aktuellen Arbeitsmarkt schwer, neue gute Mitarbeiter zu finden. Ich interpretiere die Kommentare so, dass Anderson zu sehr mit der Brechstange vorgeht, Mitarbeiter verprellt und nun feststellen muss, dass er diese nicht durch ausreichend gute neue Mitarbeiter ersetzen kann. Dies hat er im Earnings Call auch eingestanden. Es bleibt zu hoffen, dass er aus diesem Fehler lernt und in Zukunft die von ihm gewünschten Änderungen mehr in Kooperation mit seinen Mitarbeitern vollzieht, als sie vor vollendete Tatsachen zu stellen und damit vor den Kopf zu stoßen. Diesen Punkt werde ich in den kommenden Monaten genau beobachten.

  9. Alteryx hat gestern die Übernahme des BI-Anbieters Hyper Anna bekanntgegeben. In dem – recht hohen – Stapel von Alteryx‘ Datenanalyse-Schichten befindet sich das BI (Business Intelligence) ganz oben, d.h. hier werden auf Basis der extrahierten und zusammengeführten Daten die Reports und Visualisierungen erstellt, die der Analyst sich letztlich anschauen möchte. Das Besondere an Hyper Anna soll sein, dass das Tool die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz nutzt und dadurch in der Lage ist, dem Benutzer Auffälligkeiten in den Daten anzuzeigen, nach denen er nicht explizit gesucht hat und die ihm deshalb auch nicht aufgefallen wären. Darüber hinaus sollen viele BI-Tasks, die bei den Konkurrenten manuell erledigt werden müssen, automatisiert ablaufen. Wie das aussieht, hat Chefentwickler Surresh Vittal hier kurz dargestellt.

    Für mich sieht das nach einer sinnvollen funktionalen Ergänzung für Alteryx aus, um sich gegen starke Konkurrenten in der Datenvisualisierung wie Salesforce Tableau zu behaupten.

    1. Jetzt muss mur noch der Kurs mal positiv reagieren. Wird wohl erst zu den nächsten Quartalszahlen so sein, wenn diese dann hoffentlich positiv ausfallen.

      1. Ich würde mich noch nicht so sehr auf die kommenden Q3-Zahlen (am 2. Nov ist es soweit) fokussieren, denn die bei Alteryx angestoßene Transformation ist längerfristig ausgerichtet:
        1. Die Umstellung von Einmallizenzen auf SaaS wird das Umsatzwachstum für mehrere Quartale bis wenige Jahre verlangsamen. Und vor allem: je schneller man damit vorankommt, desto stärker verlangsamt es sich. Mit diesem Paradoxon, dass der Erfolg in diesem Aspekt von der Börse bestraft wird, müssen wir wohl noch einige Quartale leben.
        2. Die neue Cloud-Lösung (Designer Cloud) wird Anfang 2022 allgemein verfügbar sein. D.h. hier wird es frühestens im Q1 2022, das im April 2022 reported wird, erste Umsätze geben.

        Der Aktienkurs kann natürlich schon vorher anspringen, falls sich die Erfolge beginnen abzuzeichnen. Man sollte nur nicht enttäuscht sein, wenn das mit den kommenden Q3-Zahlen noch nicht der Fall sein wird. 6 Monate Geduld sollten wir mindestens noch aufbringen.

  10. Am 15.9. gab es eine virtuelle Investoren-Konferenz der Citigroup, auf der sich auch Alteryx präsentiert hat. Ich habe aus dem Transkript die aussagekräftigsten Sätze extrahiert, die m.E. selbsterklärend sind. Die deutschen Überschriften stammen von mir. Für mich ergibt sich daraus folgende Erwartungshaltung an die kommenden Quartale:
    Q3 21: Mit dem Reopening könnte nun wieder Schwung in Datenanalyse-Projekte kommen, was Alteryx in die Hände spielen würde.
    Q4 21: Vor 3 Jahren wurden viele 3-Jahres-Verträge abgeschlossen, die nun zur Verlängerung (renewal) & idealerweise Erweiterung (upselling) anstehen und damit das Wachstum antreiben dürften. Die jetzt kürzeren Verträge sollten die Jahrespreise der Renewals in die Höhe treiben, das ist also zumindest für die wichtigen ARR gut, für die weniger wichtigen Umsätze nicht unbedingt.
    Q1 22: Die neue Cloud-Lösung ist verfügbar und bietet eine neue Wachstumsquelle

    CEO Mark Anderson at Citi Conference Sept 9th 2021
    1. Fokus auf Enterprise-Kunden / Neuaufstellung des Sales-Teams

    But what I found was a team that was largely pointed at building and selling products for use by analysts and not especially well versed in articulating more important value propositions to enterprises around functional and digital transformation.

    The biggest thing we have done is sort of narrow the focus of the sales team away from mid-market and smaller customers and groom that up to really strong partnerships that we built that can kind like of outsource that business for us for the mid and long term.

    We had to really up-level our message to senior executives, CIOs, CCOs as well as office of the CMO, office of the CRO and office of the CFO. And to do that, it required some transformation, both in R&D as well as in go-to-market… to move out a lot of the resource that was focused on mid-market and overly focused on selling to analysts and bring in more enterprise experience.
    You are always trying to prune out the bottom 10% and replace them with better and better people as you go along.

    Some of that is a function of the fact that we are making a lot of changes and it’s not for everybody. But on the other side of that coin is, we have a lot of people, to Mark’s point, about talent on that. So we got a lot of people that perceive Alteryx as a desirable destination. And so while we are shedding people at rates that are higher than normal, we are also seeing an influx of people wanting to come in and be part of this journey.

    2. SaaS mit Fokus auf teurere Jahresverträge & Renewals

    We made a strategic decision shortly after Paula joined to reduce the financial incentives to customers for electing three-year contracts.

    As companies have standardized effectively on buying software as a subscription, it’s an operating expense and it’s something that they are dealing with each and every year. And so, there is, I think, a predisposition cadence for customers to just purchase their software on an annual basis as it aligns with their annual budgeting process.

    Three-year pricing, well, is 23% less than one-year pricing or said differently, the one-year price is 30% more than the three-year price.

    3. Echte Cloud-Lösung

    Designer Cloud will be GA early next year. And so we plan to, as Kevin said, make this innovation consumable, either on our customers AWS instance down the road or on our AWS instance down the road. And then as we move to other cloud providers, the same thing there.

    4. Umsatzerwartungen

    As you said, we certainly saw the impact last year of companies kind of reorienting their spending to catch up in remote infrastructure to support remote workers as well as to cybersecurity to secure all of this new traffic from different places. But I think throughout this year, we have seen that focus abate a little bit and really refocused back on the real sort of the longer term business priorities around transformation.

    Q1 typically is our weakest quarter and then throughout the year, we tend to ramp substantially, primarily because a lot of our renewals and adoption opportunities tend to come in the back half of the year, especially in Q4.

    Three years ago, 2018, you did have a really nice kind of reaccelerating second half growth. So it would seemed like a lot of those contract are up for renewal here in the back half of the year?
    renewal is the prime opportunity to upsell

  11. Hallo Gerrit,
    bin gespannt auf die Q-Zahlen Morgen Abend und Deine Analyse dazu. Danke für die oben gemachten Erläuterungen. Denke auch, dass die Anleger bei ALTX noch Durchhaltevermögen brauchen werden. Habe schon dreimal überlegt auszusteigen, aber bleibe doch investiert. Hier möchte ich keine Verluste realisieren, sondern noch abwarten. Grüße Andre

  12. Hallo Gerrit,
    auf den ersten Blick hattest Du Recht mit den neuen Q-Zahlen ! Es wird noch dauern, bis wir eine wirkliche Erholung sehen. Hier benötigen wir noch eine Menge Geduld, bis wir den großen Turnaround sehen; wenn überhaupt. Auch im Q-3 hat ALTX mit den bekannten Problem zu kämpfen. Naja, wir werden sehen.
    Bin schon auf Deine Sichtweise der Dinge gespannt. Grüße 🙂

    1. Aus meiner Sicht waren die Q3-Zahlen mehr als solide. Insbesondere wurde die ARR-guidance klar geschlagen: +29% vs. +27% guidance.

      Aber es gab noch viel mehr Positives:

      1. Sales-Mannschaft
      Im Earnings Call hieß es, dass die Abgänge in der Sales-Mannschaft zurückgegangen seien und man weiterhin fleißig rekrutiere. Sehr angenehm ist mir auch aufgefallen, dass CEO Mark Anderson deutlich respektvoller und geschmeidiger über sein bisheriges Sales-Team gesprochen hat. Während er noch Mitte September in der oben zitierten Konferenz der Citigroup betont hat, was bisher alles schlecht lief und dass man doch weg von den Einzel-Analysten hin zu den höheren Entscheidungsträgern der Großkunden müsse, hörte sich das gestern schon ganz anders an: Man wolle das bisherige land-and-expand Modell nun „ergänzen um ein komplementäres Enterprise Sales Modell„. Verglichen mit dem bisher eher rauhbeinigen Gepolter, dass das früher alles Mist war und man nun alles anders machen müsse, dürfte das Musik in den Ohren der bisherigen Sales-Belegschaft gewesen sein. Das klang alles sehr versöhnlich und dürfte der Stimmung unter den Mitarbeitern sehr zuträglich sein.
      Zudem schätzte Anderson, dass man in Sachen Team-Transformation nun das Gröbste hinter sich habe.

      2. Umstellung auf kürzere Verträge
      Die durchschnittliche Vertragsdauer hat sich von 2 Jahren in 2020 auf jetzt 1,5 Jahre verkürzt. D.h. ohne faktisches Wachstum wären die Umsätze um 25% gesunken. Dass sie das nicht getan haben, zeigt noch einmal, dass Alteryx eigentlich mit mindestens 20% gewachsen sein muss.
      1,5 Jahre ist zudem schon sehr kurz, Nutanix ist nach mehreren Quartalen Umstellung immer noch bei 3,5 Jahren. Da nicht alle Kunden auf Jahresverträge gehen werden, wird sich die durchschnittliche Vertragsdauer bei Alteryx vielleicht noch auf 1,3 Jahre verkürzen. D.h. viel Verkürzung ist nicht mehr drin, und damit wird auch die Belastung des Umsatzwachstums nun deutlich geringer werden!

      3. Entwicklung der neuen Cloud-Lösung
      Die News um die Entwicklung der Cloud-Lösung sind ohnehin konstant positiv. Man ist ja schon in der Beta-Phase mit ausgewählten Kunden. Der Zukauf zweier kleinerer Unternehmen mit dem erklärten Ziel, „Talent und Cloud-Expertise“ einzukaufen, ist wiederum Musik in meinen Ohren. Der CFO meinte, finanziell seien diese Zukäufe „vernachlässigbar“. D.h. im Wesentlichen hat man sich hier einfach Know-How und Mitarbeiter eingekauft, indem man jeweils gleich den ganzen Laden übernommen hat („it’s more of an acqui-hire than a technology tuck-in“). Positiv auch deshalb, weil das also keine überteuerten Großübernahmen waren, um sich Umsatz zu erkaufen. Stattdessen wird der Auftrag an die eingekauften Entwickler lauten, die Funktionen, die sie bisher als separate Lösung entwickelt hatten, nun in die Alteryx Designer Cloud einzubauen. So sehen sinnvolle Übernahmen aus!

      4. ARR- & Umsatz-Erwartungen
      Obwohl die ARR-guidance im Q3 geschlagen wurde, hat Alteryx die guidance für das Gesamtjahr nicht erhöht. Ich denke dass man hier einfach konservativ vorgehen will, um den Markt auf keinen Fall zu enttäuschen. Würde man sich jetzt mit erhöhter guidance unter Druck setzen, könnte der Schuss angesichts der bestehenden Unsicherheiten nach hinten losgehen. Denn auch wenn die vielen anstehenden Renewals im Q4 natürlich Chancen auf Upselling bieten, so ist es gleichzeitig alles andere als ausgemacht, dass sich die Hoffnungen auch so erfüllen werden. Es könnte ja auch sein, dass eben nicht in dem Maße renewed wird, vielleicht auch weil man auf die neue Cloud-Lösung warten will. Die vielen auslaufenden 3-Jahres-Verträge bergen also nicht nur erhöhte Upselling-Chancen, sondern eben auch erhöhte Risiken, dass diese Chancen nicht genutzt werden und die Verträge einfach auslaufen. Daher ist das Unsicherheits-Intervall m.E. diesmal besonders groß, und wenn man wie Alteryx eigentlich immer das untere Ende des Intervalls guidet, liegt dieses nun also weiter vom erwarteten Mittelwert entfernt als sonst. Aus meiner Sicht daher absolut nachvollziehbar, dass man hier nicht ohne Not die guidance erhöht und damit ins Risiko geht. Wenn man die guidance dann umso höher schlagen sollte, wird sich niemand beschweren, umgekehrt schon…

      Fazit

      Insofern würde ich weiterhin sagen, dass wir operativ eigentlich gar keinen Turnaround benötigen, denn es läuft ja wie am Schnürchen 🙂

      Was den Kursverlauf betrifft, finde ich sehr interessant, dass dieser nun positiv reagiert hat, obwohl der Umsatz hinter den Erwartungen geblieben ist (er hat genau die guidance getroffen, und das ist eigentlich eine Enttäuschung). Aber zwischen ARR-beat und Umsatz-miss scheint der Markt so langsam die ARR zu favorisieren, und das stimmt mich sehr zuversichtlich.
      Stand heute ist daher mein Plan, in den kommenden 6 Monaten kein Stück aus der Hand zu geben, denn es zeichnet sich m.E. ab, dass der Markt die eigentlich solide operative Entwicklung so langsam erkennt. Und sollten sich alle Erwartungen in dieser Zeit erfüllen, wird man Alteryx dann sicherlich nicht mehr zu einem 2-stelligen Kurs bekommen…

  13. Auch wenn ich in den letzten Monaten schon so viel zu Alteryx geschrieben habe, möchte ich folgenden Aspekt noch ergänzen: Denn am 4.9. hatte ich geschrieben, dass ich den Verlauf der Bewertung von CEO Mark Anderson durch seine Mitarbeiter weiter eng verfolgen möchte. Here is how it is going:
    Nach dem 4.9. ist die Mitarbeiter-Zustimmung auf Glassdoor zunächst weiter auf 63% gefallen. In den letzten Wochen gab es jedoch einen Turnaround auf jetzt wieder 70%. Und das passt genau zu der Wahrnehmung im Earnings Call, dass Anderson hier tatsächlich eine Kehrtwende vollzogen hat. Das ging soweit, dass er das vorher so stark kritisierte „Klein-klein-Selling“ an einzelne Analysten jetzt sogar als wichtige Basis beschrieben hat, um aufbauend auf solchen kleinen „Kundeninseln“ innerhalb von Großunternehmen überhaupt mit den Entscheidern auf höherer Ebene ins Gespräch zu kommen. Ein beachtlicher und sehr erfreulicher Sinneswandel! Wodurch er zustandekam, darüber kann ich nur spekulieren. Meine Vermutung ist, dass hier die neue Chief Revenue Officer Paula Hansen als frühere SAP-Mitarbeiterin eine neue Kultur geprägt hat. Als ehemaliger SAP-Mitarbeiter weiß ich, dass SAP eine sehr mitarbeiterfreundliche Kultur pflegt. Selbst wenn man Mitarbeiter abbauen will, tut man dies mit üppigen Abfindungszahlungen. Vom fairen Umgang mit bestehenden Mitarbeitern ganz zu schweigen. Daher dürfte es Hansen übel aufgestoßen sein, wenn abschätzig über Sales-Mitarbeiter gesprochen wurde. Ein zweiter Grund könnte sein, dass man – möglicherweise wieder durch Hansen’s Einfluss – eingesehen hat, dass man ohne die Einzelanalysten als Fürsprecher innerhalb von Großunternehmen einfach geringe Chancen auf große Enterprise-Deals hat. Insofern war das nicht nur eine Nettigkeit den Mitarbeitern gegenüber, sondern auch eine Notwendigkeit, um unternehmerischen Erfolg zu haben.
    Eine detaillierte & ausgewogene und daher glaubwürdige Bewertung auf Glassdoor stützt diese These mit der Einschätzung: „After the primary marketing and strategy leader was let go from the company this summer — things improved DRAMATICALLY within a week, and have continued to.“ Damit ist der Abgang von Hansen’s Vorgänger Dean Darwin am 19.02.2021 gemeint, der offenbar für den meisten Unmut verantwortlich war. Paula Hansen übernahm den Job am 10.05.2021.

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